Gleichstellungs-Controlling (GSC) ist die Integration von Gleichstellungszielen in die routinemässigen Planungs- und Steuerungsprozesse einer Organisation. Damit wird Gleichstellung als Querschnittaufgabe verankert und die Umsetzungsverantwortung den Führungskräften und Entscheidungsträgerinnen und -trägern übertragen. Das Instrument und der Steuerungsprozess basieren auf dem Konzept des Mainstreaming.
Diversity Mainstreaming nimmt die Vielfalt der Mitarbeitenden insgesamt in den Fokus und versucht, die Perspektive der „Unterschiedlichkeit und Gemeinsamkeiten“ als Querschnittthema zu verankern. Gleichstellung wird so zu einer Selbstverständlichkeit im unternehmerischen Alltag. Seine Einführung ist ein eigentlicher Organisationsentwicklungsprozess. Das unterstreicht die Komplexität des Ansatzes. Gender oder Diversity Mainstreaming braucht folglich die klare Unterstützung der obersten Führung (Top-down-Ansatz) und entsprechende finanzielle, personelle und zeitliche Ressourcen.
Das Gleiche gilt auch für das GSC. Im Gegensatz zu Diversity Mainstreaming ist GSC aber fokussierter, weil es mit klaren Schwerpunkten (strategischen Gleichstellungszielen) arbeitet und so die Kräfte bündelt und die Verbindlichkeit für die Führungskräfte erhöht. Die vorhandenen Managementstrukturen und -prozesse werden genutzt, um Gleichstellungsziele umzusetzen. Die strategischen Gleichstellungsziele können auf die Chancengleichheit von Frauen und Männern, von älteren und jüngeren Mitarbeitenden, vom Mitarbeitenden unterschiedlicher Nationalitäten oder Sprachgemeinschaften, auf die Integration von Menschen mit Behinderungen etc. ausgerichtet sein. Durch GSC wird ein Kulturwandel in Richtung einer Organisationskultur unterstützt, in der Gleichstellung tatsächlich gelebt wird und Vielfalt als Chance betrachtet wird.
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GSC - eine allgemeine Einführung |
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Gleichstellungs-Controlling als Veränderungsprozess. Gudrun Sander und Catherine Müller. Artikel anlässlich der Fachtagung "Managing Gender and Diversity - Engendering Reflexivity and Change?" an der Universität St. Gallen, 2009. |