Was ist «aufführungswürdige» Musik? Wie kommt die Auswahl des musikalischen Materials für Musikgeschichte, Musikanalyse und künstlerische Erarbeitung zustande? Welche Vorgänge stehen hinter den etablierten Werturteilen, die das Repertoire, die disziplinären Grundlagen und das Erkenntnisinteresse einer Musikhochschule formen und stützen? Diesen Fragen geht die Fachtagung «Repertoirebildungen und Kanonisierungsprozesse im Musikhochschulbereich» der Hochschule Luzern nach.

Ausgehend von Ergebnissen des Luzerner Forschungsprojekts «Ein- und Ausschlüsse in der Musikhochschullehre» wird in Referaten, die von international renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern präsentiert werden, den Bedingungen und Möglichkeiten musikalischer Produktion nachgegangen und über künftige Strategien diskutiert.

Auf dem Programm stehen unter anderem folgende Referate und Diskussionen:

  • Freiheiten, Restriktionen, Legitimierungen – Auswahl musikalischer Inhalte für Geschichte, Analyse und künstlerische Erarbeitung an einer Hochschule – Blanka Šiška (Hochschule Luzern)
  • «Great Performance!» – Kriterien und Herausforderungen bei der Evaluation von Performance-Abschlussprüfungen – Elena Alessandri (Hochschule Luzern)
  • Zur Rolle der Wertung in der (Musik-)Historiografie – Frank Hentschel (Universität zu Köln)
  • Fachlich begründet? Der musikalische Kanon zwischen Diskurs und Performanz – Michele Calella (Universität Wien)
  • Avantgarde als Konservativismus – Historische Werturteile und ihr Einfluss auf eine «Problemgeschichte des Komponierens» – Ariane Jeßulat (Universität der Künste Berlin)
  • Interpreten und Interpretinnen als Autoren von Musikgeschichte? – Beatrix Borchard (Hochschule für Musik und Theater Hamburg)

Die Tagung findet am Freitag, 13. und Samstag, 14. Oktober 2017, im Regierungsgebäude des Kantons Luzern statt. Weitere Informationen sowie das vollständige Programm finden Sie unter hier: www.hslu.ch/repertoirebildungen.